Mittwoch, 25. April 2012

[DIY] Selbstgemachtes Maiherz

Okay...natürlich ist der Mai noch nicht gekommen, aber es dauert nicht mehr lange.

Wie ihr wisst, sind Nicky und ich im schönen Rheinland ansäßig und wie "dat beim Rheinländer an sich" so ist, gibt es auch abgesehen von Karneval und der 5. Jahreszeit gewisse Traditionen und Gepflogenheiten.

Bisher dachte ich immer, dass die Tradition des Maibaum-Stellens eine deutschlandweit verbreitete ist, bis mich ein ins Süddeutschland ansäßiger, gebürtig aus Berlin stammender Bekannter darauf aufmerksam machte, dass man diese Tradition jenseits des Rheins überhaupt nicht kennt.

Für all diejenigen, die sich nun am Kopf kratzen und fragen, wovon die verrückte EsKa schon wieder spricht, bemühe ich Wikipedia für eine Erklärung:

"(.....) daneben gibt es auch den Brauch, dass die jungen, unverheirateten Männer eines Dorfes vor den Häusern aller unverheirateten Frauen kleinere Maibäume, sogenannte Maien, als „Gunstbeweis“ aufstellen. 
 In einigen Teilen Deutschlands, zum Beispiel im Rheinland,(...) ist es üblich, dass männliche Jugendliche und junge Männer nur am Haus ihrer Freundin oder Angebeteten einen Baum anbringen. Üblich sind vor allem mit buntem Krepp-Papier geschmückte Birken, wobei die Farbe der Bänder ursprünglich eine Bedeutung hatte. Am Baum wird ein sogenanntes Maiherz aus Holz oder festem Karton angebracht, in das der Name der Angebeteten eingraviert und in der Regel auch ein Spruch als Liebesbeweis geschrieben wird.
Der Maibaum bleibt einen Monat lang stehen, bis zum ersten Juni. Dann holt derjenige den Maibaum ab, der ihn gestellt hat. Üblicherweise wird dies, wenn die Frau ihn mag, mit einer Einladung zum Essen, und/oder mit einem Kasten Bier belohnt. Es gibt allerdings auch die Tradition, dass der junge Mann, der den Baum wieder abholt, von der Mutter der Frau einen Kuchen, vom Vater einen Kasten Bier und von ihr selbst einen Kuss bekommt.
In einem Schaltjahr kann es umgekehrt sein: Weibliche Jugendliche und junge Frauen stellen teilweise auch ihrerseits Maibäume auf."


Und nun komme ich wieder ins Spiel. Natürlich mag ich meine Hälfte und auch, wenn ich die Tradition des Schaltjahres irgendwie erzwungen finde, möchte ich sie auch nicht gänzlich unter den Tisch fallen lassen. Traditionen soll man schließlich pflegen.
Da meine Hälfte es aber in den vielen gemeinsamen Jahren nicht ein einziges Mal geschafft hat, mir einen ordentlichen stattlichen Maibaum zu stellen (sollte ich mir Gedanken machen? Ich weiß es nicht..) fahre ich mit meinem Maibaum-Traditions-Level auch nur auf Sparflamme.
(Passender Weise war unser erstes Jahr übrigens auch ein Schaltjahr und naiv wie ich war, habe ich ihm tatsächlich einen, an die Wohnbedingungen angepassten Baum gestellt. Hätte ich gewusst, dass ich nie was Ordentliches zurück bekomme, hätte ich es gelassen ;) )

Lange Rede kurzer Sinn, abgesehen von den stattlichen Bäumen gibt es noch die verkleinerte Version des Maiherzes. Diese Herzen hängen eigentlich der Tradition nach am Baum und tragen den Namen des/der Angebeteten. In der abgewandelten Version werden nur diese Herzen, verziert mit Bändern etc. verschenkt.

Material:
  • Styroporherz
  • grüne Strohseide (aktuell bei Idee - Creativmarkt im Angebot)
  • Kreppbänder
  • Decopatchkleber

Anleitung:

Zunächst schneidet ihr aus der Strohseide ca. 2cm breite Streifen heraus mit denen ihr das Herz ummantelt. Ursprünglich sollte mein Herz zusätzlich mit Birkenzweigen umwickelt werden, doch leider machten mir die Birken in der Umgebung einen dicken Strich durch die Rechnung und tragen einfach noch keine oder noch nicht ausreichend viele Blätter.
Daher habe ich die Streifen mit einer Konturschere geschnitten, um mit den Wellen "Blätter" anzudeuten.
Improvisation ist alles.....



Diese Streifen befestigt ihr mit Decopatch- oder normalem Kleber rückseitig an der Spitze des Herzens  und wickelt sie rundherum.

 

Anschließend schneidet ihr aus eurem Kreppband dünne streifen und wickelt sie in entgegengesetzten Richtungen um das Herz und bindet sich am Ende mit einer Schleife zusammen.


Diese Variante wäre etwas für diejenigen unter euch, die einen Birkenallergiker beschenken wollen.
Wer hingegen ein ganz traditionelles Herz machen möchte, der sucht sich eine gut beblätterte Birke und wickelt Zweige mit Hilfe von Blumendrahtum das Herz. An die Zweige werden kleine Kreppband-Streifen gehangen, die im Wind schön flattern.

Da Hälftes Herz eh in der Wohnung hängen wird, kann ich das Flattern der Bänder vergessen und bin ich nicht mehr sooo traurig, dass ich keine geeigneten Zweige gefunden habe. Immerhin hält sich das Herz aus Strohseide mit Sicherheit auch viel länger, als die Birkenvariante.

(Ja, ich rede mir die Situation durchaus schön.... Ihr habt mich erwischt.)



Kanntet ihr die Tradition? Pflegt ihr sie vielleicht ebenfalls oder seid durch den Post auf die Idee gekommen etwas zum Mai zu verschenken?

Neben meiner improvisierten Allergikerform hat Nicky übrigens noch eine tolle Version ohne Zweige und Grünzeugs für euch.

Ihr könnt gespannt sein.

Liebe Grüße



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